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Lutz und die Schaufel

2. Sept.
2 Min. Lesezeit


Wenn unsere Lösungen das Problem immer größer machen

Bevor die Geschichte beginnt, möchte ich dir Lutz und Mo kurz vorstellen:

Lutz steht für die ängstliche und kontrollierende Stimme in uns. Er warnt, grübelt und möchte jedes Risiko vermeiden. Mo ist der gelassenere, lösungsorientierte Anteil. Auch er kennt Angst – aber er lässt sich von ihr nicht vollständig aufhalten.

Beide können in uns auftauchen. Und wir dürfen immer wieder entscheiden, wem wir gerade zuhören möchten.

Wenn unsere Lösungen das Problem immer größer machen

Wenn Angst auftaucht, beginnt er nachzudenken, zu kontrollieren und nach einer Lösung zu suchen. Und wenn diese Lösung nicht funktioniert? Dann versucht er es noch angestrengter.

So wie das Menschlein in der Geschichte, das in eine tiefe Grube fällt. In seiner Tasche findet es nur eine Schaufel. Also beginnt es zu graben – schließlich muss es doch irgendetwas tun.

Doch je länger es gräbt, desto tiefer wird die Grube.

Unsere inneren Schaufeln

Auch wir greifen manchmal immer wieder zu derselben „Schaufel“:

  • Wir grübeln.

  • Wir wollen alles kontrollieren.

  • Wir vermeiden schwierige Situationen.

  • Wir warten darauf, dass die Angst endlich verschwindet.

  • Wir kämpfen gegen unsere Gedanken und Gefühle.

Kurzfristig fühlt sich das oft hilfreich an. Wir haben das Gefühl, etwas zu tun. Doch langfristig wird unser Leben vielleicht immer enger – und die Grube immer tiefer.

Die Schaufel ablegen

ACT lädt uns nicht dazu ein, sofort aus der Grube springen zu müssen. Manchmal besteht der erste Schritt einfach darin, mit dem Graben aufzuhören.

Die Schaufel kurz abzulegen.

Wahrzunehmen, was gerade da ist. Und sich zu fragen:

Hilft mir das, was ich gerade tue – oder grabe ich nur weiter?

Akzeptanz bedeutet dabei nicht, aufzugeben. Es bedeutet, den Kampf für einen Moment zu beenden und wieder zu schauen, welche andere Bewegung möglich sein könnte.

Vielleicht würde Mo zu Lutz sagen:

„Du musst nicht noch tiefer graben. Lass uns erst einmal nach oben schauen.“

Zum Nachspüren

  • In welcher „Grube“ fühle ich mich gerade gefangen?

  • Was ist meine persönliche Schaufel?

  • Was tue ich immer wieder, obwohl es mir langfristig nicht hilft?

  • Was könnte ich heute stattdessen ausprobieren?

Vielleicht darf dein Satz für heute lauten:

Auch wenn die Angst da ist, kann ich die Schaufel kurz ablegen und einen kleinen Schritt in meine Richtung gehen.

Lutz ist dabei nicht dein Feind. Er versucht nur, dich mit den Werkzeugen zu beschützen, die er kennt. Aber du darfst entscheiden, ob du ihm heute wirklich die Schaufel überlassen möchtest.

Inspiriert durch die ACT-Metapher „Die Geschichte vom Menschlein in der Grube“, Wengenroth: Therapie-Tools Akzeptanz- und Commitmenttherapie, S. 62.

 
 
 

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